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kopfschmerz
Dr. Richard Ippisch
Kopfschmerz - Ein häufiges Leiden !
Kopfschmerz gehört zu den häufigsten Beschwerden der Menschheit. Bei
Umfragen geben bis zu 90% aller Befragten an, im letzten Jahr mindestens
einmal unter Kopfschmerzen gelitten zu haben. Die meisten Betroffenen suchen
keinen Arzt auf und behandeln sich selbst: Mehr als 13 Tausend Tonnen Aspirin
werden jährlich weltweit verbraucht, der überwiegende Teil davon zur
Behandlung von Kopfschmerzen.
Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz
Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft unterscheidet in ihrer 2003 zuletzt
veröffentlichten Klassifikation mehr als 100 verschiedene Kopfschmerzarten,
die sich anhand ihrer typischen Merkmale voneinander unterscheiden lassen.
Grundsätzlich sollten v.a. neu aufgetretene und häufige Kopfschmerzen klar
diagnostisch zugeordnet werden, denn eine bloße Behandlung mit Schmerzmitteln
ist hier nur selten optimal.
Der Neurologe ist für Kopfschmerz zuständig
Der für Kopfschmerzen zuständige Facharzt ist der Neurologe und nur mit
neurologischen Untersuchungstechniken lassen sich mögliche Erkrankungen im
Bereich des Schädelinneren ausschließen oder nachweisen. Bei den beiden
häufigsten Kopfschmerzarten, der Migräne und dem Spannungskopfschmerz,
finden sich keine krankhaften bzw. therapeutisch "heilbaren"
Störungen. Es gibt trotzdem eine ganze Reihe unterschiedlicher
Behandlungsmöglichkeiten, die fast immer eine ausreichende Kontrolle der
Schmerzen erreichen lassen.
Das Spektrum geht dabei über eine bloße Schmerzmitteleinnahme weit hinaus
und die Erfahrung zeigt, daß häufig nur der Facharzt hier den Überblick
über neuere Entwicklungen behalten kann.
Schmerzmittel können selbst Kopfschmerz verursachen
Wenig bekannt ist beispielsweise, dass die regelmäßige Einnahme von
Schmerzmitteln häufig selbst Kopfschmerzen verursacht. Nach einer Weile ist
dann die Unterscheidung zwischen dem ursprünglichen und dem durch das
Schmerzmittel ausgelösten Kopfschmerz nicht mehr möglich. Alle
Schmerzmittel, v.a. aber Kombinationspräparate, können zu dieser Problematik
führen. Wer Schmerzmittel gegen Kopfschmerz an mehr als 10 Tagen pro Monat
oder immer wieder an mehr als 3 Tagen hintereinander einnimmt, ist hier
bereits stark gefährdet. Sie/er sollte sich unbedingt an einen Neurologen
wenden, der andere Behandlungsmöglichkeiten empfehlen kann.
Aber auch geringere Mengen von Schmerzmitteln über Monate und Jahre hinweg
regelmäßig eingenommen sind gefährlich. Sämtliche schmerzlösenden
Substanzen können die Nierenzellen schädigen so dass ein Großteil der
Patienten an der künstlichen Niere die Funktion dieser Organe durch die
dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln verloren hat. Ein häufigeres Auftreten
von Magen- / Darmgeschwüren und Harnwegstumoren ist außerdem eine bekannte
Folge.
Migräne: Niemand muss heute mehr leiden !
Niemand muss heute mehr unter einer Migräne leiden. Die Vielzahl der
Behandlungsmöglichkeiten erschöpft sich dabei keinesfalls nur in der
Einnahme von Schmerzmitteln. Der Neurologe wird zunächst klären, ob es sich
tatsächlich um eine Migräne handelt. Falls ein Familienmitglied unter
gleichartigen Kopfschmerzen leidet und seit Jahren immer wieder ein einseitig
betonter, hämmernder Kopfschmerz auftritt, der sich bei Anstrengung und beim
Bücken verstärkt und von Übelkeit und Lichtempfindlichkeit begleitet wird,
ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Migräne groß.
Es gibt aber auch weniger typische Verlaufsformen, die durch eine genaue
Symptomanalyse zugeordnet werden können. Beispielsweise muss ein immer wieder
auftretender Nacken-Hinterkopfschmerz nicht unbedingt von der Halswirbelsäule
ausgehen, sondern kann auch eine Migräne sein.
Einfache Regeln der Lebensführung können schon zu einer deutlichen
Besserung der Migräne führen !
Nur wenige Patienten wissen, dass schon das Einhalten ganz einfacher Regeln
der Lebensführung bereits zu einer deutlichen Besserung der Migräne führen
kann:
- Regelmäßiger Tagesablauf.
Konkret: Die Zeiten für das zu Bett gehen und auch das Aufstehen
sollten an den verschiedenen Wochentagen jeweils nicht um mehr als 1
Stunde variieren (auch am Wochenende !). Auch auf regelmäßige Zeiten
der Nahrungsaufnahme sollte geachtet werden.
- Regelmäßige Entspannungspausen während der Arbeit.
Viele Migränepatienten zeichnen sich durch hohes Pflichtbewusstsein und
einen Hang zum Perfektionismus aus. Dies führt einerseits zu einem
"Nicht-Nein-Sagen-Können" und andererseits zu dem Gefühl, sich
Pausen zeitlich "nicht leisten" zu können. Zwangsläufig kommt es
zu einer zunehmenden Anspannung im Arbeitsalltag, die sich dann oft während
längerer Entspannungsphasen (Wochenende, Urlaubsanfang) als Migräneattacke
entlädt. Obwohl für den Arbeitgeber geradezu ideal, sollten sich die
Betroffenen im eigenen Interesse Gedanken über eine Änderung ihres
Verhaltens am Arbeitsplatz machen.
Konkret: Immer wieder 5 Minuten Pause mit bewusster Entspannung, ggf. nach
Erlernen einer Technik (z.B. progressive Relaxation nach Jacobson)
- Regelmäßige körperliche Aktivität trägt nachweislich zur Reduktion
von Migräneattacken bei.
Konkret: Zwei bis dreimal wöchentlich für mindestens 30 Minuten betriebene
Ausdauersportart (Joggen, Radfahren, Schwimmen etc.)
- Vermeiden von typischen Auslösern: z.B. Rotwein, Schokolade,
bestimmte Käsesorten.
Vielleicht können Sie die Frage nach dem "Warum immer am
Wochenende...?" anhand des folgenden, typischen Ablaufs jetzt
beantworten:
Freitag: abends nach dem Wochenstress in die Kneipe, nach 2 Gläsern Rotwein
um 1:00h ins Bett...
Samstag: endlich mal ausschlafen bis 11:00h, auf das Frühstück wird
verzichtet, vor dem Mittagessen vielleicht noch ein Stückchen Schokolade
?...
Sonntag: morgens Aufwachen mit Kopfschmerzen, warum nur schon wieder ?
Migräne-Attacken früh und besser mit Schmerzmittel-Zäpfchen
statt mit Tabletten behandeln !
Vielen Patienten hilft auch schon das Wissen, dass eine Migräneattacke
möglichst frühzeitig und nicht erst bei unerträglich gewordenem Schmerz
behandelt werden sollte. Auch ist ein Umstieg von Schmerztabletten auf
-zäpfchen ratsam, da eine migränebedingte Funktionsstörung des oberen
Magen-Darm-Trakts außer zu Übelkeit auch zu einer unzuverlässigen
Aufnahme von Tabletten in die Blutbahn führt. Neben Medikamenten zur
Bekämpfung von Schmerz und Übelkeit mit abgestufter Stärke gibt es
außerdem Mittel, die einer Migräne bereits vorbeugen können. Diese sind
insbesondere für Patienten zu empfehlen, die an mehreren Attacken im Monat
leiden.
Eigene Kopfschmerz-Sprechstunde in unserer Praxis
In unserer Praxis stellt die Behandlung von Kopfschmerz und Schwindel einen
Schwerpunkt dar.
Bitte lesen sie weitere Informationen zu unserer hierfür eingerichteten Kopfschmerz-Sprechstunde.
Insbesondere Notfälle können aber auch kurzfristig untersucht
werden, wobei eingehendere Untersuchungen meist erst zu einem zweiten Termin
durchgeführt werden, um Terminverschiebungen für andere Patienten
möglichst zu vermeiden. Da eine neurologische Untersuchung erst nach
Ausschluß einer allgemeinen Erkrankung durch den Hausarzt sinnvoll ist,
müssen "Notfälle" erst vom Hausarzt als solche eingeordnet und
telefonisch bei uns angemeldet werden.
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